Pferde
Ihre Fragen zu
Gesundheit & Pflege für Pferde
Hier finden Sie Antworten zu den häufigsten Fragen rund um Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte speziell für Pferde – von den Nährstoffen für gesunde Hufe über die Wirkung von Ginkgo und die Dosierung von Grünlippmuschel bis hin zu natürlichem Insekten- und Zeckenschutz, der besonderen Empfindlichkeit des Pferdedarms und den wichtigsten Besonderheiten bei der Ergänzungsfütterung im Vergleich zu Kleintieren.
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Warum sind gesunde Hufe beim Pferd so wichtig – und welche Nährstoffe brauchen sie?
Gesunde Hufe sind beim Pferd keine reine Ästhetikfrage – sie sind die Grundlage für Beweglichkeit, Leistung und Wohlbefinden. Rissige, brüchige oder weiche Hufe schränken das Pferd im Alltag erheblich ein und können zu chronischer Lahmheit führen. Für stabiles, elastisches Hufhorn sind vor allem Biotin (Vitamin B7), die Aminosäure Methionin sowie Zink und Kupfer entscheidend: Biotin stimuliert die Hornzellproduktion in der Huflederhaut, Methionin liefert Schwefel für die Quervernetzung der Keratinproteine, und Zink ist an der Enzymaktivität in der Hornbildung beteiligt. Eine ergänzende Versorgung mit diesen Nährstoffen ist besonders bei Pferden mit nachweislich schwachem Hufhorn sinnvoll – erste sichtbare Verbesserungen zeigen sich in der Regel nach drei bis sechs Monaten.
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Was bewirkt Ginkgo beim Pferd – und für welche Tiere ist es geeignet?
Ginkgo biloba enthält Flavonglykoside und Terpenlactone, die die Mikrozirkulation – also die Durchblutung in den kleinsten Blutgefässen – fördern und gleichzeitig antioxidativ wirken. Beim Pferd wird Ginkgo-Pulver vor allem für ältere Tiere eingesetzt, die unter eingeschränkter Durchblutung der Extremitäten leiden, sowie zur Unterstützung der kognitiven Funktion: Ältere Pferde können an Equinem Cushing-Syndrom (PPID) erkranken, bei dem die Hirndurchblutung eine Rolle spielt. Auch bei Pferden mit empfindlichen Hufen oder schlechter Durchblutung der Huflederhaut wird Ginkgo als begleitende Massnahme eingesetzt. Das Produkt ist auch für Hunde geeignet; für Katzen ist Ginkgo hingegen nicht empfehlenswert.
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Grünlippmuschel für Pferde – ab wann sinnvoll und wie dosieren?
Grünlippmuschel-Konzentrat unterstützt beim Pferd die normale Gelenkfunktion dank natürlicher Glykosaminoglykane (Chondroitinsulfat, Glucosamin) und Omega-3-Fettsäuren. Die Einsatzschwerpunkte liegen bei Sportpferden mit gelenkintensiver Belastung, bei älteren Pferden mit ersten Anzeichen von Steifheit sowie bei der Vorsorge nach intensiven Wettkampf- oder Trainingsphasen. Die Dosierung orientiert sich am Körpergewicht: Für ein durchschnittliches Pferd (500 kg) werden in der Regel 10 bis 15 Gramm täglich empfohlen – deutlich mehr als bei Hunden oder Katzen. Eine Eingewöhnungsphase von vier bis acht Wochen ist sinnvoll, bevor eine Beurteilung der Wirkung erfolgt. Die genaue Dosierungsempfehlung steht auf der jeweiligen Produktverpackung.
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Wie schütze ich mein Pferd natürlich vor Zecken und Insekten?
Pferde sind auf der Weide besonders stark von Insekten, Bremsen und Zecken befallen – mit direkten Folgen für Wohlbefinden, Konzentration und Fellgesundheit. Natürliche Schutzsprays auf pflanzlicher Basis nutzen die abweisenden Eigenschaften ätherischer Öle wie Zitronellal, Lavendelöl und Eukalyptus. Für die Anwendung beim Pferd empfiehlt sich eine gleichmässige Verteilung auf Fell und freiliegender Haut vor dem Weidegang oder Training – Augen, Nasenlöcher und Schleimhäute dabei stets aussparen. Wichtig: Produkte, die für Menschen und Hunde zugelassen sind, eignen sich nicht automatisch für Pferde; die Produktbeschreibung gibt Auskunft über die zugelassenen Tierarten. Bei Zeckenbefall die Zecke vollständig entfernen und den Bereich auf Entzündungszeichen beobachten.
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Warum ist die Verdauung des Pferdes so empfindlich – und was bedeutet das für die Fütterung?
Das Verdauungssystem des Pferdes ist für kontinuierliche Raufutteraufnahme über 16 bis 18 Stunden täglich ausgelegt – evolutionär ein Steppentier, das ständig in Bewegung Gras frisst. Der Magen des Pferdes ist im Verhältnis zum Körpergewicht sehr klein und produziert pausenlos Magensäure, auch ohne Futteraufnahme – lange Fütterungspausen führen deshalb zu Magenübersäuerung und erhöhen das Kolikrisiko erheblich. Blinddarm (Caecum) und Dickdarm sind die eigentlichen Fermentationskammern, in denen Ballaststoffe von Mikroorganismen abgebaut werden. Eine Störung dieses Mikrobioms durch abrupte Futterwechsel, Stress oder Antibiotika kann zu gefährlichen Koliken führen. Ergänzungsmittel sollten deshalb stets langsam eingeschlichen werden.
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Was ist bei der Ergänzungsfütterung von Pferden anders als bei Hunden und Katzen?
Pferde sind Pflanzenfresser mit einem Verdauungssystem, das grundlegend anders funktioniert als das von Hunden und Katzen. Die Dosierungen von Ergänzungsmitteln sind beim Pferd aufgrund des deutlich höheren Körpergewichts (400 bis 700 kg) um ein Vielfaches höher als bei Kleintieren. Da Pferde ihr Futter kauen und Pulver direkt in die Ration eingemischt werden, ist die Akzeptanz entscheidend – stark bittere oder intensiv riechende Produkte werden häufig verweigert. Anders als bei Hunden und Katzen spielt beim Pferd das Verhältnis von Calcium zu Phosphor im Gesamtfutter eine grosse Rolle: Ein falsches Ca:P-Verhältnis kann langfristig zu Mineralstoffimbalancen führen. Vor der Ergänzungsfütterung empfiehlt sich daher eine Rationsanalyse oder die Absprache mit einem Pferdeernährungsberater.